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3D-Scans retten tschechisches Kunstwerk

Der Erhalt von Kunstwerken ist leider nicht immer möglich. Die beste Lösung ist dann die Anfertigung einer exakten Kopie. Die Geschichte des Reliefs „Der Leser” zeigt, wie Kunstwerke mit Hilfe eines 3D-Scans für die Nachwelt bewahrt werden können.

Fertiges Modell, "Der Leser"

Das Relief wurde mithilfe eines 3D-Scans nachgefertigt.
Die obere Abb. zeigt die fertige Kopie des Reliefs " Der Leser"

Artec_3D_Original-Relief_Der_Leser
3D Modell der Leser

2015 beschloss die die Berufsfachschule von Olomouc in der Tschechischen Republik, das Gebäude zu renovieren. Da im Rahmen der Renovierungsarbeiten auch die Außenwände isoliert werden sollten, musste die in 1951 entstandene Fassadenverzierung entfernt werden. Normalerweise wäre das Relief damit verloren gewesen. Doch es war möglich, das Relief nachzubilden und es nach der Renovierung wieder am Gebäude anzubringen.

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Abb. Original Relief "Der Leser"

Das Relief wurde in 3D digitalisiert um eine Kopie für das Gebäude zu erstellen. Zudem sollte das Relief in kleinerem Maßstab – fünf statt sechs Meter – angefertigt werden, um es besser in die Architektur der renovierten Schule zu integrieren.

3D Modell der Leser

Abb. Artec 3D-Modell, "Der Leser"

Das Relief wurde mithilfe von Artec Eva gescannt. Nachdem alle notwendigen Scans erstellt waren, wurden die Daten verarbeitet. Vier Dateien von insgesamt 40 GB wurden optimiert und in einer STL-Datei von 150 MB zusammengeführt. Das so erzeugte STL-Modell wurde verwendet, um die Reliefnachbildung im 3D-Studio der Kunstfakultät an der Technischen Universität Brno in gehärtetes Polystyrol zu fräsen. Da die Fräsmaschine über ein spezielles STL-Plugin verfügte, musste die STL-Datei nicht in irgendein anderes Format konvertiert werden.

Ausgefräst wurde das Modell vom Roboter KUKA KR60. Das 3D-Modell war so groß, dass es in 10 Partien aufgeteilt werden musste, die separat ausgefräst und zusammengesetzt wurden. Danach wurde das Polystyrol-Modell mit Gips überzogen. Nach Aushärten des Gipses wurde der endgültige Abdruck aus glasfaserverstärktem Kunststoff (Polyesterbasis) gefertigt, für den man sich wegen seiner Langlebigkeit entschieden hatte.

Für die Erstellung des Polystyrol-Modells, des Gipsmodells und des endgültigen Abdrucks aus glasfaserverstärktem Kunststoff war ein Absolvent der Technischen Universität, Viktor Paluš, verantwortlich. Sein Team war es auch, das die Reliefnachbildung an der Außenwand anbrachte. Nun ist das Relief des „Lesers” wieder da, wo es hingehört.

3D-Scans retten tschechisches Kunstwerk
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